
Ensemble Unicorn mit 6 Chorsängern
Solisten: Belinda Sykes, Bernhard Landauer
Musik: Fromme Gesänge und
ausgelassene Tänze der Wallfahrt
Gaumen: Spezialitäten aus Spanien
Wallfahrten, Wunder und Reliquienkult bildeten Hintergründe mittelalterlicher
Religiosität. Wo Wunder bezeugt oder Reliquien gefunden wurden, errichtete
man Stätten der Verehrung. Vor allem in Spanien und Frankreich finden
sich viele bedeutende Wallfahrtszentren. Zu einem der wichtigsten zählt
das Kloster Montserrat, zirka 50 Kilometer östlich von Barcelona gelegen.
Mit der wunderwirkenden schwarzen Gottesmutter, der in den Liedern des
"Llibre Vermell" und den Gesängen der "Cantigas de Santa Maria" auf
verschiedene Art und Weise gehuldigt wurde, zog das Kloster schon seit frühester Zeit zahlreiche Pilger
an.
Offensichtlich hat die Ausstrahlung dieses besonderen Ortes Menschen schon immer fasziniert,
denn an dieser Stelle ist auch ein ehemaliger Venustempel belegt. Um zirka
1025 gründete der Abt Oliba dort eine Benediktinergemeinschaft, die
seinem Kloster Santa Maria de Ripoll unterstellt war, doch erst 1409 wurde
das Kloster als unabhängige Abtei geweiht.
Die Mönche von Montserat waren für ihre hervorragende Bildung bekannt. In den Liedern findet man eine Verschmelzung von spanischen Volksliedern und komplexen höfischen Kompositionstechniken aus Italien und Frankreich. Es lassen sich Schlichtheit, doch musikalische Größe und gelegentlich auch derbe Naivität in enger Verwandtschaft zum Volkslied finden.
Der Tanz in der Kirche spielt vor allem im frühen Christentum,
übernommen vom jüdischen Ritus, eine bedeutende Rolle. Die Volkstänze
wären vom Klerus wohl kaum bekämpft worden, hätte man sie
nicht oftmals in die Kirche verlegt. Ein Grund für diese bis ins 18.
Jahrhundert fortgesetzte Praxis resultiert aus dem Fehlen von geeigneter
Räumlichkeiten bei Nacht oder schlechter Witterung.